Der herausragende Schauspieler und Musiker Thomas Niehaus begeisterte alle Besucher – belohnt mit Standing Ovations – in Haßbergen im letzten Jahr im Juni auf der Open-Air-Bühne am Fischerhaus an den Angelteichen mit dem Theaterstück des Hamburger Thalia Theaters „Wenn die Rolle singt oder der vollkommene Angler“. Jetzt ist der bekannte Theater- und Filmschauspieler wieder in einem außergewöhnlichen Duo zu Gast. Nach ihrem erstmaligen gemeinsamen Auftritt beim Schleswig-Holstein Musikfestival 2025 stehen Dörte Hansen und Thomas Niehaus nun gemeinsam mit ihrer musikalisch-szenischen Lesung auf der Bühne in Haßbergen. Dörte Hansen ist seit ihrem Debütroman „Altes Land“ eine der erfolgreichsten deutschen Gegenwartsautorinnen. Ihr zweiter Roman „Mittagsstunde,“ der im fiktiven nordfriesischen Dorf Brinkebüll spielt, wurde am Hamburger Thalia Theater Hamburg in einer umjubelten Bühnenadaption aufgeführt. In der Hauptrolle: Thomas Niehaus, Schauspieler und Musiker, der für seine herausragende Darstellung des Ingwer Feddersen den Theaterpreis Hamburg-Rolf-Mares 2021 erhielt. Ein Abend, der Literatur und Musik vereint – voller Tiefgang, Inspiration und norddeutscher Seele. Viele haben das Buch von Dörte Hansen gelesen, dass auch die Geschichte im Dorf Haßbergen erzählen könnte, deren Dorfkern Ende der 60er Jahre durch Flurbereinigung und eine überbreite Bundesstraße zerschnitten wurde.
Zur Handlung: Der 47-jährige Universitätsdozent Ingwer Feddersen, der in Kiel immer noch in einer Wohngemeinschaft mit Ragnhild und Claudius wohnt, beschließt, eine berufliche Auszeit zu nehmen, um sich um seine alten Eltern zu kümmern. In diesen ländlichen Kosmos fielen (nicht nur in Norddeutschland) in den 1960er Jahren Vermessungsingenieure ein und betrieben sogenannte Flurbereinigung. Über die Dorftrottel machten sie sich lustig, und als sie wieder abreisten, hinterließen sie ein geschundenes Land – und die schwangere Marret. Hier beginnt der eine Strang der Geschichte, der von Marrets Welt als Sängerin der Dorfband in der elterlichen Kneipe erzählt. Der andere verfolgt den Werdegang ihres ungewollten Sohnes Ingwer Feddersen. Feddersens Leben kommt in Rückblenden zusammen: aus seiner Kindheit, mit der als Sonderling geltenden Mutter und den Großeltern, die ihn stattdessen aufzogen, aus seiner Schulzeit und der sich langsam entwickelnden Abgrenzung vom engen Dorfleben. Als junger Mann floh er zum Studium in die Universitätsstadt und lebte in einer Dreier-WG den Protest gegen das spießige Ehe-und-Haus-Vorbild seiner Heimat. Dörte Hansen, geboren 1964, lebt heute als freie Autorin in Husum. Nach ihren Bestsellern „Altes Land“ - 2015 erschienen und 2020 mit Iris Berben in einer der Hauptrollen verfilmt und „Mittagsstunde“ - 2018 veröffentlicht - und ebenfalls als erfolgreicher Kinofilm mit Charly Hübner in der Hauptrolle des Ingwer Feddersen aus dem Jahre 2022 und „Zur See“ (2022) und aktuell „Broder“ (2026) verarbeitet sie weiter Themen rund um den Strukturwandel und das Leben in Nordfriesland. Wer der platten norddeutschen Landschaft samt passender Sprache bislang wenig abgewinnen konnte, mag sie spätestens seit Dörte Hansens Romanen.
Die Veranstaltung wird durch den Landschaftsverband Weser-Hunte e. V. gefördert.

